Mein Paradies

Věvrov (Tschechien)

Seit Februar 2016 sind wir in dem winzigen Dorf Věvrov bei Horšovský Týn (ehemals Bischofteinitz) in der Region Pilsen zu Hause. Auf dem Gelände unserer Vermieter bewirtschaften wir einen kleinen Gartenteil sowie unser Foliengewächshaus. Die erste Ernte im Jahr der Ankunft  war vielversprechend. Vom vielen Fallobst auf der großen Streuobstwiese haben wir in einer Gemeinschaftsaktion Apfelsaft pressen und abfüllen lassen. Der Geschmack ist hervorragend! Außerdem haben wir Äpfel sowie Zwetschgen getrocknet (gedörrt).

Wir haben inzwischen eine Wiesenfläche in Gartenland umgewandelt. Das war keine leichte Aufgabe und erforderte viel Handarbeit. Wie in Frankreich werden wir auch hier in Tschechien unter Berücksichtigung von Grundsätzen der Permakultur und Mischkultur wirtschaften und soweit wie möglich uns mit Gemüse selbst versorgen. Schon im ersten Jahr (2017) nach der Anlage des Gartens konnten wir reichlich ernten.

 

Südfrankreich

Von 2010 bis 2016 haben wir in Südfrankreich (St. Christol-de-Rodières) u.a. ein Gartenprojekt zur Selbstversorgung betrieben. Die Anlage und Gestaltung des Gartens erfolgte nach den Grundsätzen der biologischen Bewirtschaftung mit Mischkultur, Kompostwirtschaft und unter Beachtung der Prinzipien der Permakultur. Insbesondere die klimatischen Bedingungen, vor allem Trockenheit und Wassermangel im Sommer stellten uns hier vor große Herausforderungen. Die meisten Gartenbeete wurden in Hügelform angelegt und mit Karton und Stroh abgedeckt. Durch die ständige Bodenbedeckung mit Mulch konnte die Verdunstung etwas reduziert werden. Da der Boden in dieser Region sehr schwer, steinig und sehr kalkhaltig war, bedurfte es auch einer ständigen Bodenverbesserung. Dies geschah zum einen durch das Einbringen von Sand sowie Pferdemist. Zum anderen durch Kompostbeigaben, weshalb auch das Errichten diverser Komposthaufen (Kompostwirtschaft) wesentlicher Bestandteil der Bewirtschaftung war. Ab 2014 hatten wir zusätzlich ein Foliengewächshaus. Neben dem üblichen Gießen mit der Gießkanne war auch für einen Teil des Gartens eine Schlauchbewässerung (Tröpfchenbewässerung) gelegt. Leider waren oft die Düsen durch Schmutz oder Ablagerungen verstopft. Insgesamt gesehen war es eine neue und interessante Erfahrung der Gartenbewirtschaftung im südlichen Europa unter mediterranen Bedingungen.

     

Lebenskraft aus dem eigenen Garten

Ich baue vergessene oder selten gewordene Gemüsearten/raritäten in Tschechien an, um das Verschwinden authentischer und alter Gemüsearten zu verhindern.
Seltene Schätze aus dem Garten der Natur, von der Saat bis zur Ernte gehegt und gepflegt!

Ich achte bei der Gartengestaltung auf Sortenvielfalt, da dies der einzige Weg zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Bodens darstellt. Ich bin davon überzeugt, dass dieses natürlich gewachsene Ökosystem gesünder und nachhaltiger ist, so wie es auch vielfältiger ist. Von der Mischkultur bis zu Prinzipien der Permakultur wird  die Pflanze vom Samen bis zur Frucht naturbelassen bearbeitet und gepflegt. Die Artenvielfalt ist besonders kostbar, da das Anbauen unterschiedlicher Arten von Pflanzen  eine unerlässliche Bedingung zum Aufbau und Erhalt von Ökosystemen, sowie für eine beständige Anpassungsfähigkeit an äussere Veränderungen darstellt. Sie ist wichtig für die Sicherstellung regional angepasster, gesunder und ausreichender Nahrung. Genmanipulation und einseitige Hochzüchtung bestimmter Sorten gefährden die Natur und somit unser Überleben. Es ist längst erwiesen, dass Böden, in denen Monokultur betrieben wird mit der Zeit verarmen, da sie, immer von derselben Pflanze beheimatet, an wichtigen Nährstoffen verlieren- sie werden einseitig ausgenutzt und können sich kaum erholen.

  • Amaranth „Sangre de Castilla“
  • Basilikum (rot), Zitronenbasilikum
  • Bohnen (schwarz)
  • Buschbohnen „Alte Cottbus“
  • Buschbohnen „Adour“ (Prinzessböhnchen)
  •  Feuerbohne „Butler“
  • Puffbohnen „Fava Super Aguadulce“ aus Portugal
  • Stangenbohnen, diverse Sorten aus Portugal
  • Broccoli
  • Borretsch
  • Brotklee (Würzkraut)
  • Cardy (Cardon blanc)
  • Chillies, diverse Sorten
  • Speiserüben/Kohlrüben: Nabo, Nabo Greileiro, Nabica aus Portugal, Herbstrüben
  • Knollenziest (Crosne de Japon)
  • Erbsen: Zuckererbsen und Markerbsen
  • Feldsalat
  • Gurken
  • Hirse Sorghum Bicolor
  • Karotten: einheimische und gelbe Pfälzer
  • Knoblauch
  • Kohl: Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl, Couve Galega aus Portugal, Grünkohl, Rosenkohl
  • Kohlrabi weiß und blau
  • Koriander
  • Kresse: Gartenkresse, Agriao de Terra aus Portugal
  • Kürbis: Gelber Zentner, Türkenturban, ukr. Kürbis u.a
  • Lupine: Esslupine Tremoco aus Portugal
  • Mais: schwarz aus Peru, Golden Bantam, bunt
  •  Majoran
  •  Mangold: rot/gelbstielig
  •  Melisse:  Zitronenmelisse
  •  Melone: Zucker/Wassermelone, Honigmelone
  •  Quinoa
  •  Spinat: einheimischer und Neuseeländer Spinat
  •  Paprika: diverse Sorten, u.a. Glockenpaprika
  •  Petersilie: Gigante de Italia und gewöhnliche Petersilie
  •  Pfefferminze
  •  Radies „French Breakfast“, „Redondo“ aus Portugal, weiß „Eiszapfen“
  • Rettich: asiatischer „Daikon“, „langer weißer“, schwarzer Winterrettich
  •  Rhabarber
  •  Rote Beete: „Chioggia“, „Randen“ aus der Schweiz
  •  Salat: diverse Sorten, z.B. Algiersalat, Eichblattsalat „Langue de Canari“, „Russischer Salat“,  Frühsalat aus Kroatien, Sommersalat aus Portugal, diverse Pflück- und Schnittsalate, Asiasalat Mizuna Early, Ruccola
  • Schnittknoblauch
  •  Schnittlauch
  • Schwarzwurzeln
  • Sellerie: Stangen- und Staudensellerie
  • Steckrübe gelbe Wilhelmsburger
  •  Tomaten: diverse Sorten, z.B. Coeur de Boeuf, Tomate de Colgar (Katalunien), Tomatillo,
    Physalis, Tomate de Arbol (Kolumbien)
  •  Topinambur
  •  Zucchini
  •  Zwiebeln: Steckzwiebeln (Stuttgarter Riesen), Winterzwiebel, Winterheckenzwiebel

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