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juergen

 

Wer vergisst, wie man
die Erde beackert
und das Feld bestellt,
vergisst sich selber.

Mahatma Gandhi

 

Wir sind auf dem Weg uns immer mehr von der Natur und der Erde zu entfernen. Wir tragen Schutzhandschuhe, um nicht mehr mit der Erde in Berührung zu kommen. Wir behandeln unsere natürlichen Lebensgrundlagen so, als verfügten wir über unendliche Ressourcen. Die zunehmenden Naturkatastrophen zeigen, dass wir so wie bisher nicht weitermachen können. Selbst dem letzten Zweifler sollte mittlerweile klargeworden sein, dass die vor einiger Zeit schon von dem österreichischen Maler und Künstler Friedensreich Hundertwasser getroffene Aussage:

"Der Mensch ist das gefährlichste Ungeziefer, das die Erde je bewölkert hat."

einen wahren Kern hat.

Dabei ist es doch von fundamentaler Bedeutung wieder im Einklang mit der Natur und den Erscheinungen der Natur zu kommen. Ein Garten leistet dazu eine unschätzbare Hilfe. Er zeigt uns zum Beispiel, dass das Wachsen seine Zeit braucht, dass es komplexe Zusammenhänge zwischen verschiedenen Pflanzen gibt und er ist im Gleichgewicht, wenn wir ihn entsprechend behandeln. Der Garten ist mein kleines Paradies, in das ich mich zurückziehen kann oder er schenkt mir die Früchte meiner Arbeit, wenn ich vorher die entsprechende Grundlage schaffe.
Ich wurde oft gefragt, warum pachtest du freiwillig zwei Gärten in Speyer und machst dir freiwillig so viel Arbeit? Das lohnt sich doch gar nicht, man bekommt doch alles billiger zu kaufen.
Wann “lohnt” sich etwas? Nur wenn es billig ist oder Profit abwirft?

 

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Es gibt auch einen anderen Standpunkt:

Es lohnt sich für mich, weil ich wieder einen Bezug zur Erde, zum Pflanzen- und Tierreich bekomme und weil ich viele (positive und negative) Erfahrungen beim säen, pflanzen und ernten machen kann. Weil ich den Lauf der Jahreszeiten im Garten besonders intensiv erleben kann. Und es lohnt sich für unsere Erde, denn jeder Flecken Erde, der unbelassen oder ökologisch bewirtschaftet wird, hilft uns und unseren Kindern eine Zukunft zu geben. All das ist mir wichtiger als kurzfristiges Denken.
Ich bin der festen Meinung, dass wir alle wieder lernen müssen mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie. Jeder kann für sich einen kleinen Schritt dafür tun.
Und wir dürfen eines nicht vergessen:
So wie wir die Natur behandeln, so behandeln wir uns selbst und unsere Mitmenschen. Wir führen einen dritten Weltkrieg gegen die Natur (Dalai Lama). Es ist an der Zeit, dass wir die Zusammenhänge, die uns die Natur lehrt endlich begreifen und diese Zusammenhänge in unser Leben und unseren Alltag integrieren.

Meine beiden Pachtgärten in Speyer waren eine der letzten Oasen vor der auch dort immer wieder drohenden Bebauung. Müssen wir alles zubetonieren und zupflastern? Wir brauchen Oasen der Stille und des Rückzugs. Wer das nicht begreift, wird es irgendwann begreifen müssen. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät.
Leider hat man mir und meinem Gartennachbarn aus dem ehemaligen Jugoslawien in den vergangenen Jahren zunehmend Schwierigkeiten und Vorschriften gemacht. Einmal störte der Zaun, der nicht mehr sichtbar ist, aber längst durch Brombeerhecken in seiner Funktion ersetzt wurde, dann die Bäume, die nicht geschnitten waren oder ein paar Brennesseln, die es gewagt hatten, auf dem Weg zum Garten einen Platz zu finden. Um der „Vorschrift willen“ wird eingeengt, das eigene Denken auf andere projiziert, die es gefälligst so zu machen haben, wie es „sich gehört“. Ordnung muss sein. Ja – aber eine natürliche Ordnung und keine aufgezwungene, menschengemachte.

Leider musste ich die beiden Gärten zum Jahresende 2009 aufgeben, da ich Speyer wegen einer neuen Aufgabe/Projekt verlassen habe.  Ich danke dem Schöpfer, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, diesen schönen Flecken Erde solange zu bewirtschaften.

Hans Jürgen Stang

 

Gut! Ein Mittel, ohne Geld
und Arzt und Zauberei zu haben:
Begib dich gleich hinaus aufs Feld,
Fang an zu hacken und zu graben,
Erhalte dich und deinen Sinn
In einem ganz beschränkten Kreise,
Ernähre dich mit ungemischter Speise,
Leb mit dem Vieh als Vieh,
und acht es nicht für Raub,
Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen.

    Johann Wolfgang von Goethe

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Man muss nicht erst sterben,
um ins Paradies zu gelangen,
solange man einen Garten hat.
Persische Volksweisheit

 

 

 

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“Die pralle Sonne auf dem Rücken, während man sich über Schaufel oder Hacke beugt oder beschaulich den warmen, duftenden Lehmboden riecht, ist heilender als manch eine Medizin”.

    Charles Dudley Warner (US-Autor, 1829 - 1900)

Krokusse

 

Der Mensch ist ein Teil der Natur und nicht etwas, das zu ihr im Widerspruch steht.

Bertrand Russell

 

Zuckermais

     

    Als Gärtner bin ich verantwortlich für mein Stück Erde.

    „Ich bin froh, wenigstens ein kleines Stück Erde bewirtschaften zu können,

    wie man es dem ganzen Land wünschen würde“
    Martin Lüttge

Gelber_Strauch
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Zuerst hatte ich einen Garten,
jetzt hat der Garten mich.

Walter Bartlomé aus: La Casa delle favole

Dem ist nichts hinzuzufügen!

 

Besuchen Sie auch den Lebensraum-Garten in Hohenfels:    www.lebensraum-garten.net



Zuletzt aktualisiert am Freitag, 29. Januar 2010 um 20:30 Uhr
 
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